Günter Cassel (1915 – 1990)

Das Leben Günter Cassels liegt noch weitgehend im Dunkeln der Geschichte. Nur wenig ist bisher über den Mann bekannt, der mit Testament aus dem Jahr 1971 seiner Geburtsstadt Minden ein beträchtliches Vermögen zur Förderung des Kunstbesitzes für das Mindener Museum hinterließ.

Günter Cassel wurde am 15. September 1915 in Minden geboren. Sein Vater Heinrich Cassel war Baugewerksmeister und technischer Aufsichtsbeamter. Als Baugewerksmeister bezeichnete man zu dieser Zeit Absolventen staatlicher Baugewerkschulen, in den Handwerker des Baugewerbes ausgebildet wurden. Diese Schulen entwickelten sich bis in das 20. Jahrhundert teilweise zu Ausbildungsstätten für Bautechniker und Architekten. Wo der Vater arbeitete, ist nicht genau überliefert. Vermutet wird, dass er bei der Reichsbahn angestellt war.

Die Familie wohnte bis 1927 in der Immanuelstraße 28, später dann im Haus Nr. 12. Günter Cassel besuchte bis 1929 das Ratsgymnasium, ehe seine Familie Minden verließ. Sein weiterer Lebensweg ist weitgehend ungeklärt. Bekannt ist, dass er bis zum Jahre 1977 in Düsseldorf lebte und dort als Zollinspektor bei der Oberfinanzdirektion tätig war.

Günter Cassel erwarb im Laufe der Jahre Haus- und Grundbesitz in Berlin, Düsseldorf, Hannover und Wuppertal. Da er stets sparsam und bescheiden gelebt haben soll, wuchs sein Vermögen beständig. Zuletzt lebte er in Berlin, wo er am 13. November 1990 verstarb.

Günter Cassel (1915 – 1990)
Der zwölfjährige Günter Cassel (rechts) mit seinem Schulfreund Hans-Otto Schulz, 1927.